Weiblicher Sextourismus

Zuletzt schaffte es der Begriff UMA sogar in eine deutsche Comedy-Show. Der professionelle Harlekin gefiel sich in der Rolle, einen Polizisten, der von UMAs sprach, als lallenden Volltrottel darzustellen. Was sich hinter dem missglückten Witz verbirgt, ist jedoch in vielerlei Hinsicht eine der traurigen Geschichten der Globalisierung. Der Begriff UMA steht im Deutschen für den Zustand des „unbegleiteten minderjährigen Ausländers“. Sein Status wurde mit der Immigration im letzten Jahr erst als Massenphänomen erkannt und hat dazu geführt, dass sich vor allem die Kommunen mit ihren Jugend- und Sozialämtern um diese Gruppe kümmern. Es handelte sich vor allem um heranwachsende Männer, die aus den Krisengebieten geflohen waren, weil sie die Kriegsperspektive erschreckt hatte. Es kann mit Fug und Recht davon gesprochen werden, dass die Gruppe der UMAs zeigen wird, ob ein Land dazu fähig ist, erfolgreich zu integrieren, denn einfach wird es nicht sein bei den mitgebrachten spezifischen Erfahrungen.

Nun, in der zweiten und numerisch abgemilderten Bewegung von Immigration, hat sich auch der Charakter der UMAs geändert. Sie kommen nicht mehr aus Syrien oder dem Libanon, sondern zumeist aus Gambia, Kenia und Tunesien. Und mit ihnen taucht ein Begriff auf, der ihre frühere Tätigkeit charakterisiert. Es handelt sich um sogenannte Bumster (eigentlich Schnorrer), die in den obigen Urlaubsländern im Tourismus eine Rolle spielen. Genauer gesagt, es handelt sich um minderjährige junge Männer, die für die zumeist europäischen reiferen Frauen Sexdienste anbieten. Die Entlohnung erfolgt in der Regel in Form von Kost und Logis und kleineren Geschenken, nicht durch Geldzahlung. Bei Mädchen hätte der Begriff des Sextourismus längst die Runde gemacht und der moralischen Entrüstung könnte niemand mehr entgehen. Bei den Bumstern zählen die Zusammenhänge um den Sextourismus der europäischen Frauen noch zum Geheimwissen.

Die momentan hier ankommenden minderjährigen jungen Männer aus Gambia, Kenia und Tunesien sind zumeist mehrsprachig. In der Regel beherrschen sie sehr gut das Niederländische und Englische, aber auch sehr passabel das Deutsche. Abgesehen davon, dass dieser Umstand etwas über die Herkunft der ehemaligen Kundinnen aussagt, ist es nicht sonderlich schwierig, sich auszumalen, was die Bumster-UMAs machen werden, um zu Geld zu kommen. Denn UMAs dürfen natürlich hier noch nicht arbeiten. Die Bedürfnisse, die sie haben, und die Kenntnisse und Fähigkeiten, über die sie verfügen, werden unweigerlich dazu führen, was sie bereits auch schon kräftig tun: Sie werden sich an hiesige Frauen verkaufen, und wenn es geht, diesmal für richtiges Geld. Dadurch werden sie sofort zu Kriminellen, was dazu führen wird, dass sie entweder abgeschoben werden oder in einen Teufelskreis von Illegalität und Kriminalität geraten.

Einmal abgesehen von der bornierten Tabuisierung des Sexgeschäftes überhaupt, muss der Gedanke erlaubt sein, dass die Bumster ein prächtiges Indiz dafür sind, wie eine feministische Diskriminierung funktioniert. Weder haben die Bumster den Status von Opfern, noch haben die Freierinnen von Gambia den Status von verabscheuungswürdigen Schweinen wie z.B. ihre männlichen Kollegen in Bangkok. Da scheint etwas gehörig schief zu laufen auf beiden Seiten der Wahrnehmung: Entweder sollte das Sexgeschäft in toto legalisiert oder mit der gleichen Konsequenz nach beiden Seiten bekämpft werden. Letzteres ist allerdings noch nie gelungen. Und den markantesten Beweis dafür liefert ausgerechnet der Feminismus.

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