Titus Pauly

ZUM BEZUG AUF KANT
12. April 2015 · von Titus Pauly · in Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ontologie, Philosophie, Unkategorisiert. ·
Die “Kritik der reinen Vernunft” (KrV) von Immanuel Kant aus den Jahren 1781 [A] und 1787 [B] endet mit Teil II. Transzendentale Methodenlehre, die aus vier Haupstücken besteht.

Diese vier Hauptstücke behandeln die Disziplin, den Kanon, die Architektonik und die Geschichte der reinen Vernunft in dieser Reihenfolge ab.

Die Methodenlehre ist jedoch noch nicht fertig geschrieben, was sie selbst auch angibt. Die Hauptstücke über die Disziplin und den Kanon enthalten je einen allgemein gehaltenen Einführungsabsatz und anschließend eine detaillierte Ausführung unterteilt in Paragraphen.

Diese detaillierte Ausführung ist jedoch im dritten Hauptstück noch nicht erfolgt, daher Kant sein Gebäude auch lediglich Ruine nennt – Rohbau hätte wohl besser gepasst.

Kant spricht dort von einem System der “Einheit der mannigfaltigen Erkenntnisse unter einer Idee”, die zur “Ausführung ein Schema” benötigt (KrV B 860-861).

System und Schema als die Architektonik selbst aber werden nicht geliefert. Kant sagt jedoch:

“… eine Architektonik alles menschlichen Wissens erlauben, die jetziger Zeit, da schon so viel Stoff gesammelt ist, oder aus Ruinen eingefallener alter Gebäude genommen werden kann, nicht allein möglich, sondern nicht einmal so gar schwer sein würde.” (B 863)

Es ist diese gesuchte Architektonik, die ich als Denkschema bezeichne und damit die Struktur von System und Schema der reinen Vernunft vorstelle.

Das vierte Hauptstück nun, und zugleich das letzte Wort der gesamten KrV, welches die Geschichte der reinen Vernunft behandelt, ist allein nur deshalb vorhanden, um “künftig ausgefüllet” zu werden (B 880).

Dies ist daher verständlich, als die reine Vernunft von Kant erst expliziert wurde und daher zu seiner Zeit noch gar keine Geschichte hatte.

Doch wann und warum kann dieser letzte Abschnitt der KrV mit Inhalt gefüllt werden?

Dies kann nur dann erfolgen, wenn reine Vernunft sich selber weiterentwickelt hat und von einer reiferen Position aus auf sich selbst reflktiert – bis zurück zu Kant.

Leider konnte bisher eine solche Weiterentwicklung jedoch nur auf dem theoretischen Wege erfolgen, d.h. die Theorie über die reine Vernunft hat sich zwar weiter entwickelt, deshalb aber nicht auch die reine Vernunft selbst, weil die Idee von ihr nur dann Auswirkungen haben kann, wenn ihr zum System auch das Schema gegeben ist.

Der letzte Abschnitt kann somit die Geschichte der Theorie der reinen Vernunft von Kant bis zur Ausführung der Architektonik enthalten – die Geschichte der reinen Vernunft im praktischen Gebrauche jedoch, beginnt jetzt erst da sie System und Schema beginnt verwenden zu können.

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